Kirschblüten

CHERRY_BLOSSOMS_VIEWING_AND_FALCONRY_-_Google_Art_ProjectWie verarbeitet ein kleiner Junge den Tod seines großen Bruders? Krümel erschafft sich in „Die Brüder Löwenherz“ eine Fantasiewelt, die unter seinem Bett hervorkriecht. So kann er seinen Jonathan noch ein Mal treffen und mit ihm Abenteuer erleben. In Nangijala begegnet er der wunderschönen Sofia und findet im Pferd Fjalar eine Freundin gegen die Einsamkeit. Auf der detailliert gestalteten Theaterbühne wird das Kinderzimmer zur Zauberwelt, in die Jonathan nach seinem Tod gelangt ist. Hier regnet es Kirschblüten, knisternde Lagerfeuer werden entfacht und böse Nashörner bekämpft.

Schade ist, dass sich die Brüder nicht ähneln und die Geschichte recht abrupt endet. Ansonsten ist Regisseur Frank Abt eine liebe- und hoffnungsvolle Umsetzung von Astrid Lindgrens Kinderbuch gelungen. Das Buch endet mit dem Tod beider Brüder, während Abt einen alternativen Schluss für sein Stück wählte, der noch mehr Hoffnung und Halt vermittelt, da Krümel schließlich zuversichtlich mit seiner Trauer umgehen kann.

Die Frage, wie Kinder mit Tod und Angst umgehen können, wird auf kreative Weise aufgegriffen. Die fantastische Welt, die aus dem Bettkasten hervorquillt, fesselt die Kinderaugen. Am Ende nimmt Krümel noch einmal Abschied von Jonathan, und der Zuschauer mit ihm. Die Kirschblüten als Symbol für ein Leben nach dem Tod mögen naiv und vielleicht fast schon zu schön sein, doch lassen sie alle zufrieden nach Hause gehen und so friedlich schlummern, wie Krümel in seinem weißen Kinderbett.

Weitere Vorstellungen: 20.12., 26.12., 27.01., 28.01.
Aaltje Anhalt

transform

Die Brüder Löwenherz
Ein Schauer von schönen und schrecklichen Erinnerungen überkommt mich bei dem Gedanken an die Geschichte der zwei Brüder Karl und Jonathan. Das Hörspiel kenne ich inn und auswendig- umso gespannter war ich auf die Interpretation des traurigschönen Kinderbuchs im Theater Bremen.
Zusammen mit einem kleinen Mädchen machte ich mich auf den Weg dahin.
Von der ersten Minute an war ich mitgerissen und begeistert. So gespannt wie noch nie verfolgte ich jeden Schritt der Schauspieler und hing an ihren Lippen. Wie schön die bekannten Worte wieder zu hören. Bedenken hatte ich vorher, dass meine eigene Fantasie nicht zu den Personen auf der Bühne passt. Das war allerdings unbegründet. Besonders Karl überzeugte mich- sein Spiel war großartig und sogar seine Stimme der im Hörspiel zum Verwechseln ähnlich. Von bezaubernder heiler Märchenwelt bis hin zu bedrohlicher Weltuntergangsstimmung wurden durchgehend emotional mitreißende Stimmungen geschaffen. Wahrscheinlich liegt es an der Erinnerung, daran, dass ich mich wieder wie ein Kind fühlte, auf jeden Fall hat mich selten ein Stück so in seinen Bann gezogen.
Meine kleine Begleiterin kannte die Geschichte noch nicht und verstand nicht alles. Trotzdem war es ein schönes Erlebnis für sie.
Ich empfehle jedem, ob groß oder klein, sich dieses Ereignis nicht entgehen zu lassen!
Maria Prkno
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