Sehenswert: Pünktchen und Anton

Erich Kästners „Pünktchen und Anton“ fand seinen Weg auf die Bühne des Theater Bremen. Und das mit viel Spektakel!

Erzählt wird die Geschichte von zwei Freunden aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen: die kecke, aber liebenswerte Pünktchen (wunderbar gespielt von Lisa Guth) kommt aus einer reichen und gut situierten Familie, die jedoch außer von ihrem Kindermädchen Lóránt (Simon Zigah) wenig Beachtung erhält. Ihr Freund Anton (Justus Ritter) lebt hingegen mit seiner kranken Mutter in einem kleinen Wohnwagen und träumt davon mit ihr ans Meer zu fahren, damit sie wieder gesund wird. Um das zu ermöglichen wird er zum Dieb. Und nicht nur das: Pünktchen und Anton müssen sich außerdem gegen einen fiesen Mitschüler behaupten und ihren Eltern beweisen, was Kinder wirklich brauchen. Dass es natürlich ein Happy End geben wird sei schon mal verraten.

12313977_1031237046928088_1421275345778792967_nDie Vorstellung verspricht viel Unterhaltung für Jung und Alt: mit charmanten Liedern, Rap und Trompetensolo werden die Besucher regelrecht mitgerissen auch zu singen, zu summen und zu klatschen. Ein Augenschmaus zeigen die bunten und farbenfrohen Kostüme (von Lena Hiebel): so werden mit wenig Mitteln das Kindermädchen zu einem Strauß, Anton und seine Mutter (Iris Minich) zu Clowns und die Eltern (gespielt von Irene Kleinschmidt und Alexander Swoboda) zu afrikanischen Stilikonen ihrer Party verwandelt.
Ein absolutes Highlight bleibt jedoch das Bühnenbild (von Johanna Pfau): mit pfiffigen Tricks wird aus dem Wohnwagen mal eine Imbissbude, mal ein Circus Wagen oder eine Projektionsfläche kurzer Filmsequenzen aus dem Bremer Umfeld. Zwei Trampoline und Turnringe, aus denen kurzerhand eine Schaukel gebastelt wird, sorgen für reichlich Spaß und lustige Momente auf der Bühne. Auch eine besondere Leistung zeigt sich in der Beleuchtung, die dadurch eine unglaubliche Atmosphäre schafft, sodass tatsächlich das Gefühl entsteht plötzlich in Frankreich zu sein oder unter dem freien Sternenhimmel zu sitzen.

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Auch wenn der Diebstahl am Ende eher als „Kinderstreich“ abgetan wird und das Finale etwas schwach ausfällt, ist die Inszenierung dennoch sehr gelungen, insbesondere durch die schauspielerische Leistung aller Protagonisten. Ein vielversprechender und vergnüglicher Besuch!

Helen Wilde

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