Eins zu Eins – Ein Tanzduett von Birgit Freitag

22 .März 2017
Mit Mika Nowotny und Walter Schmuck

Meine Meinung zu dem  Tanzduett „Eins zu Eins“ von Birgit Freitag mit Mika Nowotny und Walter Schmuck, könnte eine sein, sie sich vom Gefühl der Gegensätzlichkeit leiten lässt. Im Stück fielen nämlich zahlreiche Gegensätze der beiden Spieler auf: Groß-klein. Stark-schwach. Erwachsen-Kind. Schauspieler-Laiendarsteller. Beim Schreiben dieser Worte wird mir doch direkt deutlich, wie wenig Erklärungskraft diese Gegensatzpaare für mich in der Beschreibung des Stückes vorweisen. Statt meinen Blick von den Unterschieden leiten zu lassen, habe ich zwei Menschen gesehen, die sich sehr ehrlich begegnen.

17431662_1302606723151949_600451212_oHiermit möchte ich auch ganz offiziell, zumindest im Rahmen dieser Rezension, den Begriff „Begegnung“ upcyclen. Denn in „Eins zu Eins“ begegnen sich zwei Menschen auf eine ganz wahrhaftige und authentische Art und Weise. Beides sind Jungs. Oder aber doch Männer? Was heißt das denn; Mann-sein? Auf jeden Fall sind es zwei Menschen. Beide sind eins und gleich, und doch ganz verschieden. Das Verschiedene ist dann auch das Gemeinsame. Denn beide wollen einander kennenlernen und vertrauen. Vielleicht ist der eine, die ältere oder jüngere Version des Gegenübers? Das kann ich verwerfen, denn dafür sind sie dann doch zu sehr zwei und zu zweit als mit sich allein. In den kurzen Audio-Einspielungen, die das Duett textlich unterfüttern, werden die Unterschiede zwischen beiden deutlich. Der eine will Meeresbiologe werden, der andere fragt sich, ob er überhaupt irgend etwas sehr gut könne. Der eine bemerkt, dass er sich selbst manchmal „männlicher“ macht, als er eigentlich sein möchte, zum Beispiel wenn er seine Stimme nach unten schraubt. Der andere ist wirklich gern 12, das sei für ihn das perfekte Alter in dem er sich um nichts Blödes kümmern müsse.

Das sind verschieden Themen, um die sich Walter und Mika in ihren Leben kümmern. Und doch kümmern sie sich auch intensiv umeinander. Es wird gekämpft, geschleudert, gerannt, gefangen, herum gelegen, geblödelt und das Bühnenbild geht mit. Dieses ist zu Beginn des einstündigem Stückes ein akkurat formierter Teppich aus Sand. Mit jeder Bewegung der beiden Darsteller wird der Teppich zersetzt und verteilt im Raum und auf den Körpern. Es entstehen Spuren, eine neue Ordnung. Neben dem Teppich brauchen die beiden kaum Bühnenbild. Lediglich zwei Stühle und ein Klavier fanden ihren Platz und ihre Rollen im Verlauf der Vorstellung.. Einmal legt sich der große Walter auf den Boden. Er wirkte erschöpft vom Rennen und Rasen und rollte sich zusammen. Da kam gleich Mika und legte sich auf ihn um sich mit seinem Spielpartner auszuruhen. Dieser Moment der Ruhe und der Statik war für mich Sinnbild für das ganze Stück. Was bleibt hängen? Bei mir bleibt hängen, wie schön Vertrauen ist, gar bühnenreif. Mein Tipp, schaut es euch die beiden an! Das Tanzduett läuft noch ein paar (letzte) Male im April!

Eure Judith

 

 

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